August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis

Preisträger 2010

Die Beobachtungsstudie des Kardiologen Dr. med. Thomas Bitter vom Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen mit dem Titel Adaptive Servoventilation therapy reduces the risk of malignant arrhythmic events in patients with congestive heart failure and Cheyne-Stokes respiration - an observational study wurde in Nürnberg mit dem August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis für das Jahr 2010 ausgezeichnet.

Der Preisträger Dr. Thomas Bitter

V.l.n.r.: Lieselotte Becht, Stifterin; Prof. Dr. Udo Sechtem, DGK-Tagungspräsident und Mitglied im Vorstand der Deutschen Stiftung für Herzforschung; Dr. Thomas Bitter, Preisträger; Prof. Dr. Hellmut Oelert, Deutsche Stiftung für Herzforschung.

Beobachtungsstudie: Atemtherapie verringert Herzrhythmusstörung
Dr. Bitter untersuchte 403 Patienten mit Herzschwäche und implantiertem Defibrillator (Implantable Cardioverter Defibrillator, ICD). Bei 182 Patienten wurde eine mittel- oder schwergradige Cheyne-Stokes-Atmung festgestellt. Bei dieser Atmungsstörung geht der Atemrhythmus mit zu- und abnehmender Atemtiefe und nachfolgenden Atempausen einher. Belegt ist, dass diese Atmungsstörung mit einer erhöhten Sterblichkeit verbunden ist. Bei 96 dieser Patienten gelang es, eine langfristige Atemtherapie während des Schlafs, die adaptive Servoventilation, zu etablieren. Dagegen lehnten 86 Patienten die Therapie ab.

Bei dieser Therapie sorgt ein Gerät je nach Einatmungs- und Ausatmungsdruck des Patienten für eine Druckunterstützung und somit für eine Stabilisierung der Atmung. Während einer Beobachtungsphase von 48 Monaten wurden lebensbedrohliche, von der Herzkammer ausgehende Herzrhythmusstörungen ebenso wie die entsprechenden Therapieabgaben des Defibrillators analysiert. Dabei zeigte sich: Die Cheyne-Stokes-Atmung bringt ein erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen mit sich.
Das ereignisfreie Überleben war deutlich kürzer in der Gruppe der Patienten mit unbehandelter mittel- bis schwergradiger Cheyne-Stokes-Atmung als in den Patientengruppen mit behandelter mittel- bis schwergradiger Cheyne-Stokes-Atmung. Zugleich fand sich bei den behandelten Patienten verglichen mit den unbehandelten eine Funktionsverbesserung des Herzens.
„Wir erwarten von den Ergebnissen nicht nur eine Senkung der Sterblichkeit insbesondere bei Herzschwächepatienten mit Cheyne-Stokes-Atmung, sondern auch eine Zunahme der Herzleistung und Lebensqualität”", sagte Dr. Bitter anlässlich der Preisverleihung. Professor Oelert fügte hinzu: „Dank der Ergebnisse dieser Studie wissen wir nun mehr über eine Risikokonstellation für Herzschwächepatienten: Patienten mit Cheyne-Stokes-Atmung sind einem erhöhten Risiko für das Auftreten von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen ausgesetzt. Zugleich konnte in der prämierten Studie gezeigt werden, dass mit Hilfe der Atemtherapie, der adaptiven Servoventilation, dieses Risiko wirksam verringert werden kann.”

  • Dr. med. Thomas Bitter, Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen

    Forschungsarbeit:
    „Adaptive Servoventilation therapy reduces the risk of malignant arrhythmic events in patients with congestive heart failure and Cheyne-Stokes respiration - an observational study”.