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Die Deutsche Stiftung für Herzforschung (DSHF) wurde 1988 auf Initiative der Deutschen Herzstiftung e.V. gegründet. Sie hat sich seitdem zu einer wichtigen Förderinstitution auf dem Gebiet der Herz-Kreislaufforschung entwickelt. Dieses wurde Dank der Spenden und Mitgliedsbeiträge, die aus der Deutschen Herzstiftung in immer größerem Umfang zugeflossen sind, ermöglicht. Zweck der Stiftung ist gemäß § 2 der Satzung die Förderung der Grundlagenforschung und der klinischen Forschung im Bereich der Vorbeugung, der Aufklärung, der Betreuung und der Diagnostik, der Therapie und der Nachbehandlung von Herz- und Kreislauf-Erkrankungen.
Der Stiftungszweck wird je nach verfügbaren Mitteln insbesondere verwirklicht durch Unterstützung und Förderung der Arbeit und der Ziele der Deutschen Herzstiftung e.V., zum Beispiel durch Preisverleihungen, sowie Beteiligung an folgenden Maßnahmen:
Die Deutsche Stiftung für Herzforschung ist wie die Deutsche Herzstiftung e.V. Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen.
Der ehrenamtliche Vorstand der Deutschen Stiftung für Herzforschung verwaltet die Stiftung. Sie wird gerichtlich und außergerichtlich durch zwei Vorstandsmitglieder gemeinschaftlich vertreten, wobei eines dieser Mitglieder der Vorsitzende oder der stellvertretende Vorsitzende sein muss. Nach § 2 der Satzung entscheidet der Stiftungsvorstand über die Vergabe von Stiftungsmitteln. Der Vorstand der Stiftung wird für vier Jahre berufen und besteht aus zehn Personen. Im Jahr 2009 tagte der Vorstand am 23. April und 19. November 2009 in Frankfurt am Main.
Der Wissenschaftliche Beirat wird von den ärztlichen Fachgesellschaften und der Deutschen Herzstiftung e.V. für die Dauer von zwei Jahren berufen. Das ehrenamtlich tätige Gremium berät den Vorstand in allen Angelegenheiten der Stiftung. Er begutachtet nach strengen Regeln die Projekt- und Stipendienanträge und b€teilt Wissenschaftspreise. Der Wissenschaftliche Beirat besteht aus zehn Mitgliedern. Der Beirat tagte am 18. April (Mannheim) und am 9. Oktober 2009 (Dresden).
Erst durch die finanzielle Unterstützung der Stifter kann die Deutsche Stiftung für Herzforschung Projekte in einer Größenordnung finanzieren, die die Stiftung in der Herz-Kreislaufforschung unverzichtbar macht und ihren anerkannten Ruf als kompetente Fördereinrichtung / Förderinstitution sichert.
Die Deutsche Stiftung für Herzforschung verwaltet die Gelder der ihr anvertrauten Stiftungen im Sinne der Stifter im Rahmen der satzungsgemäßen Zwecke.
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. hat 2009 eine Zustiftung in Höhe von € 35.000,– geleistet, um das Grundkapital der Stiftung aufzustocken.
In 2009 erhielt die Deutsche Stiftung für Herzforschung eine weitere Zustiftung von Katja Kramer-Wollstadt aus Hochheim in Höhe von € 16.000,–. Sie unterstützt nunmehr seit über 16 Jahren aktiv die Arbeit der Deutsche Herzstiftung e.V. und der Deutschen Stiftung für Herzforschung.
Marie-Luise Segnitz hat 2002 einen Stiftungsfonds unter dem Dach der Deutschen Stiftung für Herzforschung gegründet. 2006 wurde das Stiftungskapital auf € 100.000,– erhöht und schließlich im Jahr 2008 noch einmal um € 50.000,– aufgestockt. Durch die Erträge des auf insgesamt € 150.000,– angewachsenen Kapitals wird die Durchführung von Forschungsprojekten auf dem Gebiet der Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ermöglicht. Auch ist geplant, einen Wissenschaftspreis zu vergeben.
Zum Gedenken an seine verstorbene Frau hat Franz-Herbert Spitz eine unselbständige Stiftung in der Deutschen Stiftung für Herzforschung errichtet. Die Schenkung von € 100.000,– erfolgte mit der Auflage, dieses Vermögen als Sondervermögen der Gertrud-Spitz-Stiftung zuzuführen und ungeschmälert zu erhalten, um mit den Erträgen die Forschung auf dem Gebiet der Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu fördern. So werden erstmals 2010 die Erträge für die Vergabe eines Wissenschaftspreises „Best Abstract-Preis” verwendet werden können.
Aus dem zum Gedenken an den Erblasser im Jahr 2008 eingerichteten
Stiftungsfonds Dr. Ortwin Rusche, der die DSHF als Alleinerbin einsetzte,
wird ganz nach dessen Wunsch jährlich ein Projekt mit herzchirurgischem
Schwerpunkt gefördert. Im Jahr 2009 wurde ein von Dr. Hassina Baraki,
Medizinische Hochschule Hannover, eingereichtes Forschungsprojekt
unterstützt. Die Arbeitsgruppe unter ihrer Leitung geht der Frage nach, ob
es möglich ist, Aortenklappenprothesen zu entwickeln, die – im Kindesalter
eingepflanzt – ein Wachstumspotenzial aufweisen, also im Herzen
mitwachsen. Sollte dies gelingen, könnten den Heranwachsenden zukünftig
risikoreiche Re-Operationen erspart werden. Der Stiftungsfonds Dr. Ortwin Rusche fördert das Projekt an der Medizinischen Hochschule Hannover mit € 50.000,– für zwei Jahre.
Das Dr. Rusche Forschungsprojekt wird auch zukünftig einmal im Jahr von
der DSHF zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und
Gefäßchirurgie vergeben und im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz-, und Gefäßchirurgie offiziell ausgezeichnet.
Kurt Stroh aus Ebenau b. Salzburg spendete weitere € 5.000,– zur Unterstützung der Herzforschung.
Lieselotte Becht aus Hochheim unterstützte im Jahr 2009 einmal mehr großzügig die Deutsche Stiftung für Herzforschung. Sie stellte erneut € 15.000,– für die Herzforschung zur Verfügung.
Der August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis wird alljährlich
von der Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF) für herausragende
Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der patientennahen Herz-Kreislaufforschung verliehen. Nachdem das Ehepaar August Wilhelm und Lieselotte Becht seit Mitte der neunziger Jahre großzügig das jährliche
Preisgeld stiftete, verleiht die DSHF die Auszeichnung seit 2004 zu Recht als August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis.
Ausgezeichnet werden vornehmlich junge
Forscher, die ihre bis dahin unveröffentlichten wissenschaftlichen Ergebnisse anonym zur strengen Evaluation durch den Wissenschaftlichen Beirat der Stiftung vorlegen.
2009 wurden 24 Bewerbungen eingesandt. Diese wurden anonymisiert, mit einer
Nummer versehen und vom Beirat der Deutschen Stiftung für Herzforschung beurteilt. Die Arbeit mit der höchsten Punktzahl wurde für den Preis ausgewählt.
Dr. med. Christian Werner
Universitätsklinikum Homburg/Saar
Ausdauertraining bremst Alterung der Blutgefäße
Wer sich über längere Zeit mit Ausdauertraining fit hält, verlangsamt den Alterungsprozess der Zellen seines Blutgefäßsystems. Warum das so ist, zeigen erstmals wissenschaftliche Erkenntnisse aus einer Studie für die Dr. med. Christian Werner 2009 den August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis erhielt. Der mit 15.000 Euro dotierte Forschungspreis wird alljährlich von der Deutschen Stiftung für Herzforschung für herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der patientennahen Herz-Kreislaufforschung verliehen. Dr. med. Christian Werner erhielt die Auszeichnung für seine Arbeit „Sportliche Aktivität beeinflusst die Telomer-Biologie und reduziert Alterungsvorgänge in zirkulierenden mononukleären Zellen und in der Gefäßwand”.
Die Preisverleihung fand 2009 im Rahmen der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Anwesenheit der Stifterin Lieselotte Becht in Dresden statt.
Mit dem Ziel, die Herzforschung in Deutschland zu fördern, werden jährlich von der Stiftung in großem Umfang Finanzmittel zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2009 waren dies 1,02 Million Euro – trotz vorübergehendem Antragsstopp. Mit den Fördermitteln werden hauptsächlich klar abgegrenzte wissenschaftliche Projekte finanziert. Grundsätzlich sollen die Forschungsziele einen Bezug zu patientennahen Problemen aufweisen. Mit diesem Prinzip ist keineswegs eine grundlagen-wissenschaftliche Ausrichtung der Vorhaben ausgeschlossen, solange im Hintergrund eine diagnostische oder therapeutische Zielrichtung erkennbar bleibt.
Die Deutsche Stiftung für Herzforschung fördert bevorzugt
Forschungsprojekte, die patientennahe Fragestellungen haben und von
denen zu erwarten ist, dass die Ergebnisse in Zukunft einer Vielzahl von
Betroffenen zugute kommen werden.
Im Jahr 2009 sind insgesamt 29 Anträge auf Forschungsförderung eingegangen. 24 Anträge wurden von der Deutschen Stiftung für Herzforschung bewilligt.
PD Dr. med. Marc Dewey
Institut für Radiologie, Charité-Universitätsmedizin Berlin
Nichtinvasive Koronarangiographie mittels 320-Schicht-Volumen-CT
€ 30.000,–/1 Jahr
In dem geförderten Projekt von Privat-Dozent. Dr. Marc Dewey an
der Berliner Charité soll überprüft werden, ob sich mit einem Gerät
der neuesten Generation (dem 320-Zeilen-Volumen-CT) die
Strahlenexposition und Kontrastmittelmenge zur Untersuchung der Herzkranzgefäße
deutlich senken und gleichzeitig die Bildqualität weiter verbessern lässt.
Profitieren könnten davon insbesondere Patienten mit dem Verdacht auf eine KHK und
atypischen Beschwerden. Bei ihnen wären dann in Zukunft
deutlich weniger stationäre Krankenhausaufenthalte mit
Herzkatheteruntersuchung denkbar. Ganz ohne Katheter hingegen funktioniert die
nicht-invasive Computertomographie des Herzens.
Modernste CT-Geräte ermöglichen es hier, während eines einzigen Herzschlags das
ganze Herz zu untersuchen und sehr exakte Bilder der Herzkranzgefäße zu liefern.
Allerdings steht den vielen Vorteilen des Herz-CTs derzeit noch die relativ hohe
Strahlenexposition entgegen.
Mit Pressemeldungen zu Forschungsprojekten, Preisausschreibungen und Verleihungen von Wissenschaftspreisen informiert die Deutsche Stiftung für Herzforschung die Fach- und Laienpresse regelmäßig über ihre Forschungsförderung.
Die Deutsche Stiftung für Herzforschung hat eine eigene Homepage – www.dshf.de – auf der sie die Öffentlichkeit über die Forschungsförderung auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen informiert. Sie stellt die Stiftung und ihre Organe vor und nennt die Bedingungen, die zu erfüllen sind, um eine Förderung zu beantragen. Ebenso werden die geförderten Forschungsprojekte und Forschungspreisträger präsentiert.
Hessischer Stiftungstag: Die Deutsche Stiftung für Herzforschung war beim Hessischen Stiftungstag vertreten. Interessierte konnten sich dort über die Möglichkeiten der Forschungsförderung durch die Deutsche Stiftung für Herzforschung erkundigen und Informationen mitnehmen, z. B. die Imagebroschüre der DSHF.
Anzeigen: Unter dem Titel „Herzforschung rettet Leben!” schalten Zeitungsverlage kostenfrei Anzeigen, die darüber informieren, dass Herzforschung allen nützt, sich aber nicht von alleine finanziert.
Best Abstract-Preis: Die Deutsche Herzstiftung wird zusätzlich zur bereits bestehenden Forschungsförderung im Jahr 2010 erstmalig den Best Abstract-Preis der Gertrud-Spitz-Stiftung vergeben.
Forschen für die Medizin von morgen: Auch im Jahr 2010 wird eine der
wichtigsten Aufgaben der Deutschen Stiftung für Herzforschung darin
bestehen, die Versorgung der Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
zu verbessern – beispielweise neue Behandlungsmöglichkeiten
zu finden oder die Diagnoseverfahren zu verfeinern, damit noch frühzeitiger
auf Erkrankungen reagiert werden kann.
Zusätzlich zur bereits bestehenden Förderung der Herzforschung und
der Ausschreibung des August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreises wird die Stiftung 2010 das „Dr. Rusche-Forschungsprojekt” vergeben.
Was die Deutsche Stiftung für Herzforschung und die DHS von 1994 bis
2008 für die Herzmedizin erreicht haben, wird die unter Federführung
von Prof. Dr. Hans Carlo Kallfelz entstehende Dokumentation zur
Förderung der kardiovaskulären Forschung zeigen. Die Herausgabe der
umfangreichen Dokumentation ist für Anfang 2010 geplant.