Hintergrund

Herzforschung nützt allen

Herz- und Kreislauferkrankungen stehen in den Industrieländern immer noch an der Spitze aller Todesursachen – trotz vieler Fortschritte in Diagnostik und Therapie. Mit fast 50% liegen sie in der Statistik weit vor den Krebserkrankungen. Es ist besorgniserregend, wenn Untersuchungen darauf hinweisen, dass Herzkrankheiten in den nächsten 20 Jahren in Europa und den USA sogar noch dramatisch ansteigen werden.

Herz- und Kreislaufkrankheiten: Todesursache Nr. 1

Todesursachen

Abbildung: Häufigste Todesursachen 2005 (Statistisches Bundesamt, 2007)

Im Kampf gegen Herz-Kreislaufkrankheiten ist systematische und intensive Forschung sehr wichtig. Das zeigen die enormen Fortschritte aus den vergangenen zwanzig, dreißig Jahren, was die Diagnostik, Therapiemöglichkeiten, aber auch die Erkenntnisse zur Vorsorge betrifft. Heute haben Patienten eine deutlich höhere Lebenserwartung und auch viel bessere Lebensqualität. Dank einer starken finanziellen Förderung der medizinischen Wissenschaft ist dies gelungen.

Wertvolle Etappensiege

Forschungserfolge der Vergangenheit bestimmen, was die Medizin heute leistet: Die Chirurgie an den Herzkranzgefäßen (Bypass) wurde zu einer hohen Perfektion entwickelt. Kardiologische Eingriffe bei der koronaren Herzkrankheit und beim Herzinfarkt erzielen immer bessere Ergebnisse, etwa in der Aufdehnung verengter Gefäße durch Ballonkatheter und das Einsetzen künstlicher Gefäßstützen (Stents) an den problematischen Engstellen.

Ballonkatheter und Stent

Abbildung: Stent (links) und Ballonkatheter (rechts)

Es gelang, eine große Zahl an Medikamenten zu entwickeln, die den Bluthochdruck wirksam bekämpfen, schwerwiegende Herzrhythmusstörungen unterdrücken oder beim Herzinfarkt gefährliche Blutgerinnsel auflösen.

Herzschrittmacher und Defibrillator wurden wesentlich weiterentwickelt – sie sichern das Überleben unzähliger Menschen und sind aus der Medizin nicht mehr wegzudenken.

Forschung finanziert sich nicht von allein

Die Gelder der öffentlichen Hand, der Firmen und Krankenkassen sind knapp geworden. Die Rahmenbedingungen für eine kontinuierliche Forschung werden immer schlechter. Junge Wissenschaftler stehen vor der Frage, ob ihnen die medizinische Forschung in Deutschland überhaupt eine Zukunftsperspektive bietet. Patienten müssen befürchten, dass die Erkenntnisse und Behandlungsmethoden auf derzeitigem Niveau stagnieren.

Dabei stehen so viele unbeantwortete Forschungsfragen offen: Lassen sich angesichts der Knappheit von Spenderherzen auch künstliche, mechanische Herzen als Organersatz erfolgreich einsetzen? Können mithilfe der Zell- und Gentherapie Venen oder Herzklappen biologisch statt künstlich erneuert werden? Gibt es Heilung bei chronischen Krankheiten wie Herzschwäche? Patienten setzen hier beispielsweise große Hoffnungen auf die Stammzelltherapie. Zum Wohle aller muss es gelingen, Forschungsprojekte weiterhin auf hohem Niveau zu fördern.

Inliner und Schwimmer

Forschungsförderung dient allen

Die Deutsche Stiftung für Herzforschung übernimmt gesellschaftliche Verantwortung und ergreift mit ihrer Tätigkeit zukunftsweisende Initiative. Indem sie die Herz-Kreislaufforschung fördert, will die Deutsche Stiftung für Herzforschung jungen Wissenschaftlern den schwierigen Weg ebnen und dafür Sorge tragen, dass die patientennahe Forschung fortgesetzt und finanziell gestärkt wird.